Bergwerksmuseum - Musée de La Machine

Herkunft des Namens der Stadt La Machine

Die Stadt La Machine verdient ihren Namen und den Anfang ihres industriellen Aufschwungs dem belgischen Ingenieur Daniel Michel, der 1669 aus Lüttich kam. Er ließ 1689 eine der ersten „Maschinen" für den Bergbau in Europa bauen. Es war ein schweres Göpelwerk mit Pferden, der das Ausfahren der Bergleute, aber auch den vertikalen Verkehr des Materials und des Erzes ermöglichte. Diese Einrichtung erweckte die Neugierde der Einwohner aus der Umgebung, welche die Maschine sehen wollten. Daher der Name der Stadt.

Anmerkung: Göpelwerk = mit Zugtieren bewegte Vorrichtung zum Antrieb von Arbeitsmaschinen

Erdgeschoß

Saal für Mineralogie und Paläontologie

Ausstellung von Fossilien aus den unterirdischen Strecken des Bergwerks von La Machine und Erklärungen über die Kohlenformation (Hörpfosten, wiederhergestellter Wald).

Ausstellung von Mineralien aus der Gegend und aus der ganzen Welt, sowie Erklärungen über die Mineralienformation.

Saal der Pläne

Früheres Lagerhaus. Die Waage diente dazu die Materialkisten zu wiegen, die für die Gruben bestimmt waren.

Rekonstruktion des Pläneraums, wo die Ingenieure und die Feldvermesser am Entwurf der Untertage- und Übertagepläne arbeiteten.

Die Möbel in der Mitte ist einzig dieser Art in ganz Europa. Der daraufliegende Plan entspricht dem heutigen Kataster und war Grundlage für den Entwurf aller anderen Pläne

Im oberen Saal werden die Archive des Kohlenbergwerks aufbewahrt - Buchhaltung, Personalabteilung, Domänenverwaltung.

Ausstellungsraum

Jedes Jahr wird eine Wechselausstellung angeboten. Das jeweilige Thema ist im Voraus nicht bekannt.

Erster Stock

Audiovisueller Saal

Modell der Stadt La Machine und ihrer Umgebung um 1888. Erklärungen über die Geschichte des Kohlenbergwerks und der Stadt.

Stollen mit Lampen

In 10 Ausstellungsschränken sind die im Bergwerk von La Machine benutzten Lampen zu sehen, von der ältesten Lampe, die mit ihrem Ölbehälter 10 Stunden brennen könnte, über die Sicherheitslampe mit Benzin, bis hin zu den elektrischen Lampen, die bis ins Jahr 1974 benutzt wurden.

Ausstellungsschrank „Unten in der Grube"

Rekonstruktion einer Ausbaustrecke samt den Werkzeugen der Bergleute (Keilhaue, Hacke, Schlägel, Presslufthammer).

Zweiter Ausstellungsschrank: Bergarbeiter (Geometer) mit seinem Theodolit, ein Apparat, der dazu dient unten im Bergwerk horizontale und vertikale Winkel zu messen, um Stollen auszuhöhlen (Winkelmessgerät der Vermessungstechniker).

Ausstellungsschrank „Sicherheit"

Presseartikel über die Bergwerkskatastrophe aus dem Jahre 1890, bei der 43 Bergleute umkamen (Kohlenstabexplosion).

Sicherheitsapparate: individuelle oder kollektive Schlagwetteranzeiger, welche die Schlagwettermenge in den Stollen maßen, Kohlenoxydanzeiger, Anemometer, die die Geschwindigkeit und die Richtung der Luftzüge maßen (Windmesser).

Ausstellungsschrank „Das Pausenbrot"

Satzungsgemäß war den Bergarbeitern eine Imbisspause von 25 Minuten gewährt. Die Bergarbeiter zogen aus ihrem Brotbeutel einen Imbiss, der aus Brot, Wurst, Käse, Äpfeln, Zwiebeln und Kaffee bestand.

Während dieser Pausen musste der Bergarbeiter auch mit der Gegenwart von Ratten rechnen, die manchmal auch von ihnen gezähmt wurden.

Das Sortieren

Rekonstruktion eines Teiles des laufenden Sortierbandes. Die Arbeit bestand darin, das mit Kohle vermischte Gestein von den rohen Erzstücken, die auf diesem band liefen, voneinander zu trennen. Daher ein stetiger Lärm und viel Staub. Der Arbeitstag dauerte von 6.30 Uhr bis 12 Uhr und von 13 Uhr bis 16 Uhr, je nach Kohlenmenge, die am Tag sortiert werden musste aus bis 16.30 Uhr.

Darstellung der verschiedenen Kohlenkaliber nach der Bearbeitung.

Modell der früheren Wasch- und Sichtanlage

Errichtet wurde sie im Jahre 1885. Nach der Zerstörung im Jahre 1926 wurde sie dann durch eine mechanische Waschanlage ersetzt. Diese befand sich ca. 1 Kilometer von der Stadt entfernt und das Personal wurde mit einem speziellen Zug zur Arbeitsstelle gebracht.

Die sortierte Kohle wurde mit der Bahn bis zum Hafen „La Copine" in Champvert gebracht und dann auf Schleppkähnen transportiert.

Ausstellungsschrank „Die Schule"

Vor dem Jahre 1881 und dem Schulgesetz von Jules Ferry, boten die Schneider-Schulen den Kindern der Bergarbeiter eine kostenlose Lehre an. 1886 gründete der Staat Gemeindeschulen. 1905, nach der Trennung von Kirche und Staat waren die staatlichen Schulen und die Schneider-Schulen gemeinsam vorhanden. Die letzteren wurden von Ordensgeistlichen in bürgerlicher Kleidung geleitet.

Ausstellungsschrank „Soziales Leben"

Viele Feste wurden damals organisiert und hatten einen gro0en Erfolg bei den Einwohnern von La Machine. Das Fest der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergarbeiter, war eines der beliebtesten Feste und gab am 2. Sonntag im Dezember Anlass zu Feierlichkeiten, Lotterien und reichlichem Essen.

Die andere Seite des sozialen Lebens in La Machine: es gab Uneinigkeiten zwischen Nachbarn und Verleumdungen.

Ausstellungsschrank „Die Wohnverhältnisse"

Verschiedene Wohnungstypen werden ausgestellt: - ein Haus aus der Wohnsiedlung „Sainte Marie", das aus einen einzigen Zimmer (Küche und Schlafzimmer zugleich) besteht, - ein Haus aus der Siedlung „Les Zagots", wo jedes Gebäude 4 Wohnungen mit 3 Zimmern (Esszimmer / Küche und zwei Räume) besitzt, - die frühere Kaserne, die aus mehreren Wohnung von 1 oder 2 Zimmern bestehen.

Rekonstruktion des Inneren eines Hauses in der Siedlung „Sainte Marie" (19. Jhd.).

Die Wohnungen gehörten zum Kohlenbergwerk und die Bergwerkarbeiter konnten sowohl Wohnung, als auch Heizung kostenlos benutzen. Die Wohnfläche war 4 bis 5 mal größer als die hier rekonstruierten Räumlichkeiten (ca. 34 bis 40 m²). Die Bergarbeiter mussten das Gebäude und seine Umgebung pflegen. Der Dachboden, der Keller, der Schweinestall und der Garten boten dem Bergarbeiter und seiner Familie die Möglichkeit, eine zusätzliche ländliche Beschäftigung zu haben.

Die Verwaltung - Büro des Direktors

An diesem Ort wurden alle Entscheidungen getroffen, die das Kohlenbergwerk betrafen. Die gepolsterte Tür gewährleistete eine ausgezeichnete Isolierung und niemand konnte hören, was in diesem Saal gesprochen wurde. Dort empfing der Direktor die Bergarbeiter vor ihrer Einstellung im Kohlenbergwerk. Diejenigen, die dann etwa nach einem schweren Fehler ein zweites Mal empfangen wurden, liefen die Gefahr entlassen oder getadelt zu werden. Der Direktor des Kohlenbergwerks besaß die Gebäude des Rathauses, der Schulen, der Steuerkasse, der Post, der Gendarmerie, des Krankenhauses oder einiger anderer Kaufleuteverbände.

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